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Artgerechte Haltung von Geckos

Geckos sind ohne Frage beeindruckende und äußerst interessante Tiere. In ihrer ganzen Vielfalt kann man sie aber nur dann beobachten, wenn sie artgerecht gehalten werden und sich in ihrer neuen Umgebung sichtlich wohl fühlen. Aber was gehört eigentlich zu einer artgerechten Gecko-Haltung?

Für wen eignen sich Geckos? Werden Geckos einzeln oder paarweise gehalten? Welche Anforderungen stellen die Tiere an ihr Terrarium? Was muss in Bezug auf Beleuchtung, Temperatur und Luftfeuchtigkeit beachtet werden? Wie sehen sinnvolle Einrichtungsgegenstände für das Terrarium aus? Und wie kann man seinen Gecko in Winterruhe schicken?

Für wen eignen sich Geckos?

Geckos gelten als sehr unkomplizierte Tiere, die recht häufig Terrarien-Anfängern empfohlen werden. Tatsächlich ist es so, dass man dann, wenn man dem Tier genügend Platz und Futter zur Verfügung stellt, kaum Schwierigkeiten mit dessen Haltung haben wird. Allerdings sollte man sich durch die niedrigen Preise von Geckos nicht täuschen lassen und gar glauben, dass die kleinen Echsen Schmusetiere sind. Auch wenn es einige Geckos gibt, die relativ handzahm werden, handelt es sich eher um Tiere zum Beobachten als zum Schmusen.

Einzel- oder Paarhaltung?

Die Frage, ob Geckos einzeln oder paarweise gehalten werden, ist nicht so leicht zu beantworten und immer von der jeweiligen Art abhängig. Generell gilt, dass ein Gecko nicht alleine leben sollte. Durch eine Vergesellschaftung fühlen sich die Tiere nicht so einsam. Ganz zu schweigen davon, dass man so als Halter in den Genuss kommt, die Verständigung von Geckos untereinander zu beobachten.

Natürlich setzt eine Paar- oder Gruppenhaltung voraus, dass man über genügend Platz verfügt. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn zwei oder mehrere Gecko-Männchen zusammengehalten werden. In diesem Fall ist es sehr wichtig, dass das Terrarium genügend Verstecke und Rückzugsmöglichkeiten bietet. Männliche Geckos können untereinander teilweise sehr aggressiv werden. Auf keinen Fall sollte ein weiblicher mit einem männlichen Gecko zusammengehalten werden. Geckos gelten als sehr aggressiv während der Paarungszeit, weshalb immer mehrere Weibchen mit einem Männchen gehalten werden sollten.

Wie groß sollte das Terrarium sein?

Die Größe des Terrariums ist nicht nur abhängig davon, welche Gecko-Art man hält. Ebenfalls eine Rolle spielt, wie groß die Gruppe der Tiere ist. Im Tierschutzgesetz ist genau vorgeschrieben, welche Mindestmaße das Terrarium für Geckos haben muss.

Allgemein: Geckos ab einer Größe von 10-15 cm sollten eine Grundfläche von mindestens 0,3 m² und eine Höhe von 0,4 m zur Verfügung haben. Für jedes weitere Tier muss zusätzlich eine Fläche von 0,1 m² angeboten werden.

Erwachsene Tiere: Sind die Geckos erwachsen, brauchen sie bereits eine Grundfläche von 0,5 m² und eine Höhe von 0,4 m. Laut Tierschutzgesetz muss jedem Tier eine zusätzliche Fläche von 0,2 m² zur Verfügung gestellt werden.

Leopardgeckos: 1-2 Tieren bis zu einer Größe von 10 cm sollte eine Grundfläche von mindestens 0,10 m², eine Höhe von 0,3 m und eine zusätzliche Fläche für jedes Tier von 0,1 m² zur Verfügung stehen.

Mit einem kleineren Terrarium verstößt man nicht nur gegen das Tierschutzgesetz, sondern wird auch relativ schnell merken, dass sich der Gecko in seinem neuen Zuhause nicht wohl fühlt. Nur Tiere, die in einem artgerechten Terrarium leben, sind aufgeweckt und neugierig.

Je größer das Terrarium ist, umso besser!

Der Terrarien-Eigenbau

Schau man sich im Zoofachhandel um, merkt man: Es gibt kaum Terrarien, die eine artgerechte Unterbringung von Geckos ermöglichen. Deshalb spielen viele mit dem Gedanken, ein eigenes Terrarium zu bauen. Tatsächlich ist der Terrarien-Eigenbau einfacher zu verwirklichen, als man denken mag. Alle zu verwendeten Materialien gibt es im Baumarkt und meistens ist der Eigenbau sogar günstiger als ein gekauftes Terrarium. Wer nur wenig handwerkliches Geschick besitzt, sollte ein Familienmitglied oder einen Freund darum bitten, ihm beim Bau zu helfen.

Wichtig ist, beim Bauen auf genügend Belüftungsflächen zu achten. So wird Stickluft vermieden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Beleuchtung im Gecko-Terrarium. Notfalls sollte man einen Fachmann um Hilfe bitten, damit man dem Gecko eine artgerechte Umgebung bieten kann. Mit Hilfe von Heizmatten oder Heizkabel wird für die richtige Beheizung gesorgt, die notwendige Kühlung funktioniert mit Ventilatoren und Ähnlichem, die Luftfeuchtigkeit reguliert man am besten über eine Regenanlage oder einen Ultraschallvernebler. Bei der Planung sollte auch an einen Wasserfall, einen Teich oder einen Flusslauf gedacht werden.

Was das Material beim Terrarien-Eigenbau anbelangt, so sollte man am besten verschiedene Materialien kombinieren. Zugeschnittene und geschliffene Glasscheiben sind ideal für die Seitenwände und können mithilfe von Silikon miteinander verbunden werden. Allerdings kommt diese Möglichkeit nur für Gecko-Arten in Betracht, die nicht viel Frischluft brauchen. Neben einem Vollglasterrarium kann die Unterkunft des neuen Mitbewohners auch mit Ausnahme der Front, die aus Glas bestehen sollte, komplett aus Holz hergestellt werden. Im Baumarkt sollten hierfür Spezial-Holz-Platten, die Wasser abweisend sind, gekauft werden. Wer möchte, kann das Terrarium für seinen Gecko aber auch mit einem Metallrahmen aus Stahl, Eisen oder Aluminium bauen. Dieser wird dann mit Holz, Glas oder Plexiglas kombiniert.

Entsprechende Bauanleitungen findet man in Büchern oder im Internet.

Welche Beleuchtung ist die richtige?

Ein Punkt, der in der Gecko-Haltung niemals unterschätzt werden sollte, ist die Beleuchtung. Vernachlässigt man diese, kann dies schwerwiegende Folgen für das Leben des neuen Mitbewohners haben. Schließlich übernimmt die Beleuchtung im Terrarium viele wichtige Aufgaben. Sie sorgt für Wärme und Helligkeit, versorgt den Gecko mit der notwendigen UVA- und UVB-Strahlung, steuert den Stoffwechsel der Echse, ist für die Tag-/Nachtregelung und für die Jahreszeitensimulation von großer Bedeutung.

Bei der Einrichtung muss auf den richtigen Anteil an UV-Licht geachtet werden. Dieses ist für die Gesundheit des Geckos von enormer Wichtigkeit. Ein Terrarium, das nicht mit der richtigen Beleuchtung ausgestattet ist, wird den Stoffwechsel des Tieres sehr stark beeinträchtigen. Welche genaue Lichtintensität im Gehege vorhanden sein sollte, ist stark von der jeweiligen Gecko-Art und dessen Lebensraum abhängig.

Folgende Beleuchtung kann zum Einsatz kommen:

  • Halogenstrahler (60 W)
  • Leuchtstoffröhre (8 W)

Je nachdem, ob der Gecko nachtaktiv ist oder nicht, sollte die Beleuchtungszeit variieren. Bei einem Leopardgecko liegt sie idealerweise bei 12 Stunden pro Tag.

Artgerechte Einrichtungsgegenstände für das Terrarium

Viele Halter, die einem Gecko zum ersten mal bei sich ein Zuhause geben, glauben, dieser bräuchte Spielzeug. Dabei ist eine artgerechte Einrichtung viel wichtiger. Wichtig ist, die Einrichtung stets dem natürlichen Lebensraum der Gecko-Art anzupassen. So müssen entweder ein Wüstenklima oder eine Steppe simuliert werden. Das gilt sowohl für den Bodenuntergrund als auch für die Luftfeuchtigkeit und die Bepflanzung des Terrariums. Besonders geeignet sind zum Beispiel Tillandsien, da diese auch im natürlichen Lebensraum von Geckos vorkommen. Auch Bogenhanf kommt bei der Bepflanzung infrage, gilt diese Pflanze doch als sehr widerstandsfähig.

Wer mehrere Geckos zusammenhält, muss unbedingt darauf achten, dass jeder von ihnen mindestens eine Höhle besitzt, damit es nicht zu Streitigkeiten kommt. Ebenso wichtig sind mehrere Versteckmöglichkeiten im Gehege. Geckos verbringen die meiste Zeit des Tages in ihren Verstecken. Deshalb sollten die Versteckmöglichkeiten mit Bedacht ausgewählt werden. Infrage kommen zum Beispiel Stein-Aufbauten, Wurzeln, umgedrehte Blumen-Untersetzer, halbierte Blumentöpfe, Kunsthöhlen und Korkeichenrinde. Die Verstecke sollten ziemlich dunkel sein, um dem Tier den bestmöglichen Schutz zu bieten. Zu geräumig dürfen sie aber nicht sein, sonst fühlt sich der Gecko in ihnen nicht wohl.

Ein unbedingtes Muss bei der Einrichtung sind Klettermöglichkeiten, die man mit dicken, rauen Ästen und einer strukturierten Rückwand mit Plateaus schaffen kann. Diejenigen, die handwerklich ein wenig geschickt sind, können mit wenigen Handgriffen mit Styropor, flachen Steinen oder Mörtel eine Rückwand am Terrarium bauen.

Was den Bodenuntergrund anbelangt, ist ein Gemisch aus Sand und Lehm ideal. Der Bodenuntergrund sollte mindestens 5-10 cm betragen. Schließlich gelten Geckos als leidenschaftliche Graber und Buddler. Das heißt aber auch, dass bei der Einrichtung darauf geachtet werden muss, schwere Gegenstände direkt auf den Boden und nicht auf den Bodenuntergrund zu stellen. Ansonsten könnten diese beim Graben auf das Tier fallen und dieses ernsthaft verletzen.

Nicht vergessen werden darf eine Trinkschale im Terrarium. Bei dieser muss das Wasser täglich erneuert werden.

Worauf muss bei Temperatur und Luftfeuchtigkeit geachtet werden?

Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind zwei weitere wichtige Aspekte bei der Gecko-Haltung. Von besonderer Wichtigkeit ist, dass das Terrarium mehrere Klimazonen besitzt. So kann der Gecko zwischen den unterschiedlichen Temperaturbereichen wählen.

Terrarien-Anfänger sollten in den ersten Wochen der Gecko-Haltung mithilfe eines Thermo- bzw. Hygrometers Temperatur und Luftfeuchtigkeit regelmäßig überprüfen, um ein Gespür für die Regulierung zu bekommen.

Welche Temperatur und Luftfeuchtigkeit die richtige ist, ist immer abhängig von der Gecko-Art, die man hält. So gelten zum Beispiel Leopardgeckos als wechselwarme Tiere, die in ihrer Umgebung ein Temperaturgefälle brauchen. Generell sind tagsüber Umgebungstemperaturen von 25 bis 30 °C ideal. Es muss aber auch darauf geachtet werden, zumindest einen kleinen Bereich im Terrarium über einen Spotstrahler auf bis zu 45 °C zu erwärmen. Diese Sonnenplätze nutzen die Tiere nicht selten, um sich auszuruhen und zur Anregung ihres Stoffwechsels. Viele Geckos freuen sich über eine Stein- oder Schieferplatte, die unter diesen Spot gelegt wird. So wird die Wärme tagsüber gespeichert und sogar noch nachts abgegeben. Nachts sollten die Temperaturen im Gecko-Terrarium dann auf 20-24 °C fallen.

In Bezug auf die Luftfeuchtigkeit sollte es auch hier Unterschiede zwischen Tag und Nacht geben. Tagsüber ist eine Luftfeuchtigkeit zwischen 30 % und 40 % ideal. Nachts sollte sie auf 50-70 % ansteigen. Das gelingt, indem man mehrmals etwas Wasser in das Terrarium sprüht. Hilfreich sind auch Höhlen aus gebranntem Ton, die man regelmäßig mit Wasser übergießt. So nehmen diese Feuchtigkeit auf und geben diese mit der Zeit ab.

Wie schickt man seinen Gecko in Winterruhe?

Nicht für jeden Gecko ist Winterruhe ein Thema. Bei vielen Arten ist es aber üblich, diese für etwa zwei Monate in Winterruhe zu schicken. Dies ist kein leichtes Unterfangen, muss doch darauf geachtet werden, dass die Temperaturen während dieses Zeitraumes nicht unter 12 °C fallen.

Auf Folgendes muss während der Winterruhe geachtet werden:

  • Temperaturen zwischen 12 und 15 °C tagsüber
  • Temperaturen zwischen 15 und 18 °C nachts
  • Beleuchtungsdauer von 6 Stunden pro Tag

Kein Gecko sollte einfach so in Winterruhe geschickt werden. Wichtig ist, das Tier auf diese Zeit vorzubereiten. Dazu gehört, den Gecko auf Parasiten überprüfen zu lassen. Hierfür bringt man im September einfach eine Kotprobe mit zum Tierarzt und lässt diese untersuchen. Ist die Probe positiv, hat man so noch genügend Zeit, entsprechende Behandlungsmaßnahmen einzuleiten. Der Beginn der Winterruhe sollte bei Ende September liegen und wird wie folgt eingeleitet:

  • schrittweise Verringerung der Beleuchtungsdauer um 90 Minuten pro Woche, bis diese Mitte November nur noch bei 6 Stunden am Tag liegt
  • langsame Senkung der Grundtemperatur im Terrarium

Längst nicht jeder Gecko darf Winterruhe halten. Trächtige oder kranke Tiere dürfen auf keinen Fall in Winterruhe geschickt werden. Das gleiche gilt für Geckos, die ihren Schwanz verloren haben. Schließlich befinden sich im Schwanz wichtige Fettreserven, von denen Geckos während der Winterruhe leben.

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