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Tipps zum Kauf von Frettchen

An Frettchen kann man viel Freude haben. Damit man von Anfang an alles richtig macht, geben wir in diesem Ratgeber Tipps zum Kauf und zur Eingewöhnung dieser interessanten Tiere. Zum Beispiel stellen wir uns der Frage, für wen Frettchen als Haustiere geeignet sind, welche Bedürfnisse diese Tiere an ihre Umgebung stellen und gehen auch darauf ein, wie hoch die Anschaffungskosten sind.

Sind Frettchen das richtige Haustier für mich?

Frettchen haben – wie jedes andere Tier auch – spezielle Bedürfnisse und bestimmte Anforderungen an ihr Zuhause. Wenn man diese Tiere bei sich einziehen lässt, möchte man natürlich auch, dass es ihnen gut geht. Das ist aber nur dann der Fall, wenn Frettchen als Haustiere auch tatsächlich zu einem passen.

Habe ich genügend Platz zur Unterbringung?

Auf jeden Fall zählen Frettchen zu den bewegungsfreudigen Tieren. Sie brauchen jeden Tag mindestens zwei Stunden Auslauf – aber auch einen ausreichend großen Käfig, in dem sie sich bewegen können. Deshalb sollte man Frettchen nur dann bei sich aufnehmen, wenn man diesen den benötigten Platz zur Verfügung stellen kann. Viele stellen ihren kleinen Lieblingen ein extra Zimmer zur Verfügung, das so eingerichtet ist, dass es den Ansprüchen der Tiere gerecht wird.

Habe ich kein Problem mit dem strengen Geruch der Tiere?

Dass Frettchen Wildtiere sind, sieht man ihnen nicht nur an, man riecht es auch! Das ist etwas, das man in jedem Fall tolerieren muss. Das Beste ist, man testet vorher bei einem Frettchenhalter, ob man mit dem Geruch der kleinen Raubtiere klar kommt.

Frettchen sind keine Tiere für Kinder!

Frettchen sind keine Schmusetiere und deshalb nur bedingt für Kinder geeignet. Sie brauchen viel Zeit und Zuwendung, die Kinder sehr schnell verlieren können. Wichtig ist auch, dass jeder in der Familie mit der Anschaffung der Tiere einverstanden ist.

Frettchen sind Raubtiere!

Auch wenn Frettchen domestiziert sind, gelten sie als Raubtiere. Wenn sie ihnen begegnen, würden sie Mäuse, Hamster, Kaninchen und andere Nagetiere einfach töten. Wer bereits Nagetiere hält, sollte sich gründlich überlegen, ob er sich zusätzlich noch Frettchen anschaffen möchte. Denn dann ist besondere Vorsicht geboten. Darüber hinaus lassen sich Frettchen nur bedingt erziehen. Mit ihren charakterlichen Grundzügen muss man einfach zurechtkommen.

Wer kümmert sich bei Krankheit und Urlaub um die Tiere?

Auch im Krankheitsfall oder dann, wenn man in Urlaub fährt, muss sich jemand um die Frettchen kümmern. Das Beste ist natürlich, ein Freund oder ein Familienmitglied kann dann die Betreuung der kleinen Raubtiere übernehmen. Die Abgabe in eine Tierpension sollte immer die letzte Option sein.

Kann ich finanziell für die Tiere sorgen?

Auch der finanzielle Aspekt sollte nicht unberücksichtigt bleiben. Neben den Anschaffungs- und Haltungskosten können auch unerwartete Kosten auf einen zukommen. Dazu zählen in etwa Tierarztkosten im Krankheitsfall oder jährlich wiederkehrende Impfungen.

Nur wer dazu bereit ist, das alles auf sich zu nehmen, für den kommen Frettchen als Haustiere infrage!

Haltungsbedingungen für Frettchen

Wichtig ist, dass Frettchen immer mindestens zu zweit gehalten werden. Sehr problemlos ist zum Beispiel die Haltung eines Pärchens, da sich beide Geschlechter recht gut miteinander vertragen. Um unerwünschtem Nachwuchs vorzubeugen, empfiehlt es sich, die Tiere kastrieren zu lassen. Ansonsten könnte der Rüde das Weibchen während der Ranz zu sehr bedrängen. Zudem leiden Fähen (weibliche Frettchen) sehr unter der Dauerranz, wenn sie nicht gedeckt werden.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, zwei Männchen zusammen zu halten. Die beste Wahl sind zwei Brüder, die beide kastriert werden. So können Machtkämpfe vermieden werden. Unproblematischer ist die Haltung von zwei weiblichen Frettchen. Zwei Fähen vertragen sich untereinander in den meisten Fällen sehr gut, wenn es auch in der Ranz zu kleineren Zickereien kommen kann. Deshalb sollten sie kastriert werden.

Wo kann man Frettchen kaufen?

Um Frettchen zu kaufen, stehen einem unterschiedliche Quellen zur Verfügung. Zwar werden auch in Zoofachgeschäften gelegentlich Frettchen zum Verkauf angeboten, allerdings ist dies die denkbar schlechteste Quelle. Nur die wenigsten Geschäfte halten die Tiere artgerecht und auch auf eine Beratung darf man hier nicht hoffen. Oftmals können die Mitarbeiter nicht mal eine Geschlechtsunterscheidung vornehmen.

Besser ist es, sich an einen erfahrenen Züchter zu wenden. Finden kann man diesen im Internet oder über Tageszeitungen. Ein großer Vorteil beim Kauf hier ist, dass Züchter einem viele wertvolle Hinweise und Tipps zur Haltung geben können. Auch über die Elterntiere kann man einiges erfahren. Und wer möchte, kann sich bei Problemen und Fragen auch nach dem Kauf an den Züchter wenden und diesen um Rat bitten.

Möchte man in Not geratenen Tieren helfen, wendet man sich an Tierheime oder Frettchenhilfen. Keine Angst: Tiere, die hier abgegeben werden, sind nicht generell bissig oder Problemtiere. Je nachdem, wie viel Erfahrung man in der Frettchenhaltung hat, kann man sich hier beraten lassen, welche Tiere am besten für einen geeignet sind. Gerade für Neulinge kann es von Vorteil sein, dass die zu vermittelnden Tiere meistens älter sind. Sie sind bereits aus der Pubertät raus und bis zu einem gewissen Grad erzogen.

Woran erkennt man einen guten Züchter?

Einen seriösen Züchter kann man ganz leicht erkennen, wenn man sich ein wenig Zeit nimmt und genau hinsieht. Wichtig ist folgendes:

  • die Gehege aller Frettchen sollten sauber sein und einen gepflegten Eindruck machen
  • ein guter Züchter hat nichts zu verbergen und zeigt Interessenten gerne seine Gehege
  • die Tiere sollten einen aufgeweckten Eindruck machen und sich sichtlich wohl fühlen
  • alle Tiere haben ein sauberes Fell und geschnittene Krallen
  • ein seriöser Züchter hat für Fragen immer ein offenes Ohr und erzählt von selbst auch viel über die Eigenheiten und Besonderheiten einzelner Tiere

Soll ich ein altes oder ein junges Tier nehmen; ein Männchen oder ein Weibchen?

Hat man einen guten Züchter gefunden oder sich dafür entschieden, Frettchen aus einem Tierheim ein neues Zuhause zu geben, gilt es nun, sich die Frage zu stellen, ob man ein Männchen oder ein Weibchen haben möchte und lieber ein altes oder ein junges Tier aufnehmen mag.

Die meisten tendieren dazu, junge Frettchen zu kaufen. Zwar sind Welpen wirklich niedlich anzuschauen, aber es muss damit gerechnet werden, dass sie in der Pubertät schwierig werden können. Sie versuchen dann, ihre Grenzen auszutesten – was auch schon mal mit dem ein oder anderen festen Biss enden kann! Dann sind viel Geduld und starke Nerven gefragt. Für Anfänger ist es deswegen besser, ältere Frettchen aufzunehmen.

Dass Männchen oder Weibchen schneller zahm werden, ist ein Mythos. Dies sollte also keine Rolle spielen, wenn man vor der Frage steht ob man einen Rüden oder eine Fähe halten möchte.

Rüde: Männliche Frettchen können doppelt so schwer und groß werden wie Weibchen. Man sollte sich aber auf einen starken Geruch während der Paarungszeit einstellen. Durch eine Kastration kann man dem vorbeugen.

Fähe: Fähen sind weibliche Frettchen. Sie sind kleiner als Rüden. Weibliche Frettchen kommen in der Regel dann, wenn die Geschlechtsreife eintritt – also mit 9 bis 10 Monaten – in die Ranz. Sofern man keine Zucht beabsichtigt, sollten sie dann kastriert werden.

Woran erkennt man gesunde Frettchen?

Nur an gesunden Tieren wird man langfristig Freude haben. Wer meint, etwas Gutes zu tun, indem er kranke Tiere kauft – etwa aus einer Zoohandlung – erreicht meistens genau das Gegenteil. Deshalb sollte folgender Gesundheitscheck vor dem Kauf durchgeführt werden:

Gesamteindruck

  • glänzendes Fell
  • klare Augen
  • wach und munter

Schnäuzchen und Füße

  • sauber
  • frei von Verkrustungen

Fell

  • glänzend
  • keine kahlen Stellen

Atmung und Verdauung

  • kein verschmutzter After
  • leichte, kaum hörbare Atmung

Wie hoch sind die Anschaffungskosten?

Weil auch der finanzielle Aspekt nicht unberücksichtigt bleiben soll, geben wir hier einen Überblick über die Anschaffungskosten für Frettchen. Da Frettchen immer mindestens paarweise gehalten werden sollen, beziehen sich die Angaben auf den Kauf von zwei Frettchen.

  • 2 Frettchen: 170-240 Euro (Züchter), 300-400 Euro (Zoohandlung)
  • Käfig: 100-250 Euro (Eigenbau), 300-500 Euro (Vogelvoliere), bis zu 1.500 Euro (Außengehege)
  • Zubehör: 150-300 Euro

Frettchen sind also nicht gerade günstig in der Anschaffung – was in jedem Fall bedacht werden muss. Was auch nicht vergessen werden darf, sind die Kastrationskosten, die für einen Rüden bei 45-100 Euro und für eine Fähe bei 75-150 Euro liegen.

Wie sieht die Zeit der Eingewöhnung aus?

Frettchen lieben ihr gewohntes Umfeld. Da ist nicht schwer zu erraten, dass der Transport in ihr neues Zuhause so schnell wie möglich und mit wenig Stress erfolgen sollte. Dazu gehört, dass das neue Zuhause bereits fertig eingerichtet ist, so dass die Frettchen dieses nach ihrer Ankunft erstmal beziehen und zur Ruhe kommen können. Am besten, man setzt die Frettchen in ihrer Transportbox in den Käfig und akzeptiert, dass jetzt die Phase der Eingewöhnung beginnt.

Während der Eingewöhnungszeit können die Tiere ihr neues Umfeld erkunden. Hierfür sollten sie in Ruhe gelassen werden. Erst dann, wenn die Frettchen ihre neue Umgebung erkundet haben, kann man damit beginnen, Kontakt zu seinen Lieblingen aufzunehmen. Eine Vertrauensbasis schafft man am besten, indem man zunächst viel mit den Frettchen redet und sie bei ihrem Namen nennt. Diese Prozedur gibt den Frettchen Halt und sorgt dafür, dass sie ihre Bezugsperson schneller ins Herz schließen. Wichtig ist jedoch, Frettchen niemals zu wecken, wenn sie gerade schlafen! Während der Eingewöhnung kann man die Schaffung eines Vertrauensverhältnisses auch dadurch unterstützen, dass man die Tiere mit Leckereien und Paste verwöhnt.

Damit die Tiere am Anfang in ihrem neuen Zuhause zur Ruhe kommen können, sollten ständige Besuche vermieden werden.

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