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Frettchen richtig erziehen

Frettchen können manchmal echte Dickköpfe sein. Ebenso wie zum Beispiel Hunde sollten sie deshalb erzogen werden, damit ein harmonisches Miteinander möglich ist. Natürlich kann man bei der Erziehung seiner Frettchen auch viel falsch machen. Damit das nicht passiert, geben wir in diesem Ratgeber Tipps rund um die Frettchen-Erziehung.

Grundlegendes zur Erziehung von Frettchen

Wie bei der Erziehung aller Haustiere, gilt auch bei Frettchen: Nur gutes Verhalten sollte belohnt werden. Durch dieses als positive Verstärkung bezeichnetes Prinzip lernen die Tiere automatisch, was gutes Verhalten und was schlechtes Verhalten ist. Beißt ein Frettchen zum Beispiel in die Hand, sollte man es nicht mit einem Leckerli oder mit Streicheleinheiten belohnen. Dies würde den Tieren nur zeigen, dass sie immer dann, wenn sie dieses für den Halter negative Verhalten an den Tag legen, belohnt werden.

Wichtig ist an dieser Stelle aber auch anzumerken, dass Gewalt keine sinnvolle Methode zur Erziehung von Frettchen darstellt. So sollte man die Tiere zum Beispiel auch niemals schlagen, wenn sie doch einmal beißen oder sich sonst irgendwie daneben benommen haben.

Stattdessen ist Konsequenz bei der Erziehung von Frettchen das oberste Gebot. Wenn man immer wieder Ausnahmen macht, weil man gerade keine Lust hat, an der Erziehung zu arbeiten oder einfach nicht „Nein“ sagen möchte, kann man alle bisher gemachten Fortschritte ziemlich schnell wieder zunichte machen. Mit einem strengen und konsequentem „Nein“ lernen die Tiere mit der Zeit, was sie dürfen und welches Verhalten unangebracht ist.

Übrigens: Frettchen sind sehr lernfähige Tiere, die man deshalb relativ gut erziehen kann. Ganz wichtig ist aber, von Anfang an konsequent zu sein und nicht erst nach einigen Jahren mit der Erziehung zu beginnen. Ansonsten tanzen einem die niedlichen Tiere ganz schnell aus Gewohnheit auf der Nase herum. Und dieses erlernte negative Verhalten lässt sich später umso schwieriger wieder abtrainieren. Das bedeutet allerdings nicht, dass ältere Frettchen überhaupt nicht mehr zu erziehen sind. Es ist nur mitunter etwas schwieriger.

Was sollte man Frettchen beibringen?

Aber was kann man Frettchen eigentlich beibringen? Und welche Aspekte sollten bei der Erziehung berücksichtigt werden? Grundsätzlich kann man bei der Erziehung zwischen absolut notwendigen Dingen und optionalen Kunststückchen oder Tricks unterscheiden.

Notwendige Erziehung

Insgesamt gibt es einige grundlegende Dinge, die man seinen Tieren beibringen sollte:

  • Frettchen sollten aus hygienischen Gründen lernen, ihre Toilette zu benutzen.
  • Frettchen sollten auf ihren Namen bzw. ein Geräusch oder einen Pfiff zu hören.
  • Frettchen sollten lernen, dass sie Menschen nicht zu fest zwicken oder gar beißen dürfen.
  • Frettchen sollten lernen, sich durch den Menschen anfassen zu lassen (wichtig zum Beispiel für den Tierarzt).
  • Frettchen sollten lernen, dass sie nicht unter Möbel wie Sofas oder Schränke kriechen dürfen.
  • Frettchen sollten lernen, dass auch der Esstisch für sie eine Tabu-Zone darstellt.

Optionale Erziehung

Frettchen sind sehr neugierige Tiere, die auch beschäftigt werden wollen. Hier bietet es sich durchaus an, neben der absolut notwendigen Erziehung auch noch ein paar zusätzliche Tricks oder Kommandos zu trainieren. Dies ist natürlich kein Muss und es sollte dabei auch nicht darum gehen, dass man mit seinen Tieren demnächst im Zirkus auftreten könnte. Stattdessen sollte ein spielerischer Umgang und die Beschäftigung mit dem Tier hier im Vordergrund stehen. Dies kann dabei helfen, die Verbindung zwischen Halter und Frettchen zu stärken.

Wie werden Frettchen stubenrein?

An den Gedanken, dass kein Frettchen zu 100% stubenrein wird, sollte man sich besser gewöhnen. Das heißt aber nicht, dass man seinem Frettchen nicht beibringen kann, so oft wie möglich die Katzentoilette zu benutzen. Normalerweise wird diese von Frettchen auch gerne angenommen. Hin und wieder kann es aber auch vorkommen, dass man seinen Frettchen die Stubenreinheit in einem langen Prozess erst angewöhnen muss.

Für ihren Gang zur Toilette nehmen Frettchen nur ungern einen langen Weg auf sich. Deswegen sollten in jedem Raum immer mehrere Katzentoiletten aufgestellt werden. Mit der Zeit bekommt man mit, welche Stelle als „stilles Örtchen“ von den Tieren bevorzugt wird. Die Katzentoiletten sollte dann an den Lieblingsstellen der Frettchen aufgestellt werden.

Wie bringt man Frettchen nun bei, stubenrein zu sein? Wann immer man bemerkt, dass ein Frettchen gerade dabei ist, sein Geschäft außerhalb des Katzenklos zu verrichten, sollte man es schnell hochnehmen und in die Toilette setzen. War dies erfolgreich, belohnt man seinen kleinen Liebling mit einem Leckerli. Diese Art von „Bestechung“ wirkt bei Frettchen Wunder! Sollte doch mal etwas daneben gehen, ist nun Konsequenz wichtig: Die Stelle sollte sofort gereinigt und das Frettchen woanders hingesetzt werden. Ansonsten gewöhnt es sich nur daran, hier ungestört seine Notdurft zu verrichten.

Selbst dann, wenn alle Frettchen an und für sich stubenrein sind, kann mal etwas daneben gehen – zum Beispiel beim wilden Herumtoben untereinander. Dies ist dann keine böse Absicht der Tiere und sollte deswegen auch nicht bestraft werden. Im Sinne der positiven Verstärkung sollte anstatt auf Bestrafungen lieber auf Belohnungen gesetzt werden, wenn die Tiere etwas richtig gemacht haben.

Was tun wenn Frettchen beißen?

Bei Frettchen sollte man immer zwischen sanftem Zwicken (= Spielaufforderung) und einem ernst gemeintem Beißen unterscheiden, da die Tiere eben auf diese Art und Weise kommunizieren. Es gibt zudem Frettchen, die bisher schlicht noch nicht gelernt haben, dass die menschliche Hand nicht ganz so robust ist wie ihre eigene Haut bzw. die ihrer Artgenossen. Dass man beim Spielen etwas fester gezwackt wird, kann also immer mal wieder vorkommen und ist dann nicht unbedingt böse Absicht oder gar ein aggressives Verhalten Seitens der Tiere.

Heftigeres Zwicken oder ernshaftee Bisse haben meist verschiedene Gründe. Gerade in der Anfangsphase, wenn Mensch und Tier sich noch nicht so genau kennen, kann es häufiger vorkommen, dass man gebissen wird. Dies hat dann meistens den Hintergrund, dass das Tier früher schlecht behandelt wurde oder sich noch nicht an einen gewöhnt hat. Seine Angst bringt es dann mit Beißen zum Ausdruck. Aber auch bei Schmerzen ist Beißen für die Tiere eine Möglichkeit, sich dem Menschen mitzuteilen.

Ebenso kommt es häufiger vor, dass Frettchen einen während der Pubertät – also im Alter von 5 bis 9 Monaten – beißen. Wie pubertierende Jugendliche wollen sie dann ihre Grenzen austesten, was sich nicht nur durch Beißen, sondern auch dadurch bemerkbar macht, dass sie schon mal vergessen, wofür das Katzenklo eigentlich gedacht ist.

Wenn sich das Frettchen in der Hand verbissen hat und von dieser nicht mehr ablässt, gilt in jedem Fall, Ruhe zu bewahren. Zieht man die Hand weg, kann es durchaus passieren, dass das Frettchen nachbeißt und seine Zähne dabei noch tiefer in die Haut gräbt. Besser ist, beruhigend auf das Tier einzureden und dabei mit seiner freien Hand vorsichtig den Kiefer des Frettchens aufzuhebeln. Hysterie und Schreien helfen einem in solchen Momenten dahingegen gar nicht weiter.

Zusätzlich sollte man davon absehen, sein Tier nach einem solchen Erlebnis durch Schlagen oder Treten zu maßregeln. Dennoch sollte man seinem kleinen Liebling zeigen, dass er etwas falsch gemacht hat, indem man ihn in die Trageschlaffe nimmt und ein ganz klein wenig schüttelt. Dabei sollte ein konsequentes „Nein“, „Aua“ oder „Aus“ ausgesprochen werden. Danach wird das Frettchen wieder weggesetzt und für eine Zeit lang ignoriert. So lernt das Frettchen mit der Zeit, dass es mit seinem Verhalten das genaue Gegenteil von dem erreicht, was es ursprünglich wollte. Ein Beißen ist, wie bereits geschrieben, nur in den seltensten Fällen ein Ausdruck von Aggressivität.

Wie bekommt man Frettchen handzahm?

Wenn Frettchen handzahm sind, erleichtert das die Haltung ungemein. Vor allem die Tatsache, dass man es so besser hochnehmen und vom Tierarzt untersuchen lassen kann, sollte einen dazu veranlassen, diesem Thema genügend Aufmerksamkeit zu widmen. Ziel muss es dabei zunächst einmal sein, dass die Tiere sich an die menschliche Hand gewöhnen.

Das Gewöhnen an die menschliche Hand funktioniert am besten über Futter bzw. Leckerlis. Wenn das Frettchen immer mit der Hand gefüttert wird, verbindet das Tier die Hand stets mit etwas Positivem und lernt so mit der Zeit, dass von ihr keine Gefahr ausgeht. Man kann hier zum Beispiel mit Multipaste arbeiten, die man sich auf die Handinnenseite schmiert und die das Frettchen dann abschlecken kann.

Frettchen sind letztendlich domestizierte Raubtiere und gerade Neulinge unter den Frettchen-Haltern werden zu Beginn Angst vor schmerzhaften Bissen haben. Viele wollen deshalb lieber auf Handschuhe zurückgreifen, die ein Beißen unmöglich oder zumindest weniger schmerzhaft machen sollen. Das Problem ist hier allerdings, dass sich die Frettchen dann eben an die Handschuhe gewöhnen und nicht an die menschliche Hand im Handschuh. Lässt man den Handschuh dann später weg, hat man letztendlich auch keine Garantie, dass die Tiere nicht trotzdem zubeißen.

Hat sich das Frettchen an die menschliche Hand gewöhnt und weiß, dass von ihr keine Gefahr ausgeht, kann im nächsten Schritt das Hochnehmen trainiert werden. Wenn man das Frettchen hochnimmt, sollte man dabei beruhigend auf das Tier einreden und es anfangs bereits nach kurzer Zeit wieder absetzen. Auch hier kann man wieder über die Gabe von Leckerlis das richtige Verhalten belohnen und damit positiv verstärken.

Ob Frettchen tatsächlich handzahm werden, hängt zum Großteil von den richtigen Verhaltensweisen des Halters ab. Man sollte so viel Zeit wie möglich mit seinen neuen Mitbewohnern verbringen, um die Bindung zwischen Mensch und Tier zu stärken. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit erheblich, dass Frettchen anhänglich und zahm werden.

Grundsätzlich sollte man bei der Erziehung mit Verstand, Konsequenz und viel Geduld arbeiten. Belohnungen für das richtige Verhalten sorgen für eine positive Verstärkung. Zuviel Druck, Ungeduld und Gewalt sind hingegen echtes Gift und letztendlich absolut kontraproduktiv. Außerdem sei zum Schluss noch angemerkt, dass schlechte Haltungsbedingungen zu Veraltensauffälligkeiten führen können.

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