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Frettchen richtig erziehen

Frettchen können manchmal echte Dickköpfe sein. Ebenso wie Hunde sollten sie erzogen werden, damit ein harmonisches Miteinander möglich ist. Natürlich kann man bei der Erziehung seiner Frettchen auch viel falsch machen. Damit das nicht passiert, geben wir in diesem Ratgeber Tipps rund um die Frettchen-Erziehung.

Wir geben Ratschläge zur grundlegenden Erziehung der kleinen Tiere, zeigen, was man Frettchen beibringen sollte und gehen auf die Themen Stubenreinheit und Beißen ein. Zum Schluss zeigen wir noch, wie man Frettchen handzahm bekommt.

Grundlegendes zur Erziehung von Frettchen

Wie bei der Erziehung aller Tiere, gilt auch bei Frettchen: Nur gutes Verhalten sollte belohnt werden. Tiere, die einen in die Hand beißen, sollten nicht mit einem Leckerli oder dadurch belohnt werden, dass man ihnen über den Kopf streichelt. Dies würde den Tieren nur zeigen, dass sie immer dann, wenn sie dieses Verhalten an den Tag legen, belohnt werden. Dass Schlagen auch keine Option ist, um auf Beißen zu reagieren, sollte ebenfalls klar sein.

Ganz wichtig bei der Erziehung von Frettchen ist Konsequenz. Wenn man immer wieder Ausnahmen macht, weil man gerade keine Lust hat, an der Erziehung zu arbeiten oder einfach nicht „Nein“ sagen möchte, kann man alle bisher gemachten Fortschritte zunichte machen. Mit einem strengen und konsequentem „Nein“ lernen die Tiere mit der Zeit, was sie dürfen und welches Verhalten unangebracht ist.

Frettchen sind sehr lernfähige Tiere, die man einigermaßen erziehen kann. Ganz wichtig ist, von Anfang an konsequent zu sein und nicht erst nach einigen Jahren mit der Erziehung zu beginnen. Ansonsten tanzen einem die niedlichen Tiere ganz schnell auf der Nase herum.

Was sollte man Frettchen beibringen?

Aber was kann man Frettchen eigentlich beibringen? Welche Aspekte sollten bei der Frettchen-Erziehung berücksichtigt werden? Insgesamt gibt es vier Grundregeln, die man seinen Tieren beibringen sollte. Dazu gehören, die Katzentoilette zu benutzen, auf den Namen bzw. ein Geräusch oder einen Pfiff zu hören, ein zu festes Beißen und Zwicken abzugewöhnen sowie dass sich die Tiere anfassen lassen. Letzteres ist gerade für Tierarztbesuche wichtig.

Neben diesem Grundregeln kann man Frettchen auch beibringen, nicht unter bestimmte Möbel und Sachen – wie die Waschmaschine, den Wäschekorb und Sofas – zu kriechen bzw. auf den Tisch zu krabbeln. Beim Spazierengehen sollte zudem sichergestellt sein, dass die Frettchen nicht in Gebüsche oder unter parkende Autos kriechen. Weitere Dinge, die man bei der Frettchen-Erziehung verfolgen kann, sind diverse Tricks, wie in etwa Pfote geben, auf den Arm klettern sobald dieser heruntergestreckt wird und sich auf Kommando zu drehen.

Wie werden Frettchen stubenrein?

An den Gedanken, dass kein Frettchen zu 100% stubenrein wird, sollte man sich besser gewöhnen. Das heißt aber nicht, dass man seinem Frettchen nicht beibringen kann, so oft wie möglich die Katzentoilette zu benutzen. Normalerweise wird diese von Frettchen gerne angenommen. Hin und wieder kann es aber auch vorkommen, dass man seinen Frettchen die Stubenreinheit in einem langen Prozess angewöhnen muss.

Für ihren Gang zur Toilette nehmen Frettchen nur ungern einen langen Weg auf sich. Deswegen sollten in jedem Raum immer mehrere Katzentoiletten aufgestellt werden. Mit der Zeit bekommt man mit, welche Stelle als „stilles Örtchen“ von den Tieren bevorzugt wird. Die Katzentoiletten sollte dann an den Lieblingsstellen der Frettchen aufgestellt werden.

Wie bringt man Frettchen nun bei, stubenrein zu sein? Wann immer man bemerkt, dass ein Frettchen gerade dabei ist, sein Geschäft außerhalb des Katzenklos zu verrichten, sollte man es schnell hochnehmen und in die Toilette setzen. War dies erfolgreich, belohnt man seinen kleinen Liebling mit einem Leckerli. Bestechung wirkt bei Frettchen Wunder! Sollte doch mal etwas daneben gehen, ist nun Konsequenz wichtig: Die Stelle sollte sofort gereinigt und das Frettchen woanders hingesetzt werden. Ansonsten gewöhnt es sich nur daran, hier seine Notdurft zu verrichten.

Selbst dann, wenn alle Frettchen an und für sich stubenrein sind, kann mal etwas daneben gehen – zum Beispiel beim wilden Herumtoben untereinander. Dies ist keine böse Absicht und sollte deswegen auch nicht bestraft werden. Anstatt auf Bestrafungen sollte lieber auf Belohnungen gesetzt werden, wenn die Tiere etwas richtig gemacht haben.

Was tun wenn Frettchen beißen?

Bei Frettchen sollte man immer in ein sanftes Zwicken (= Spielaufforderung) und ein ernst gemeintes Beißen unterscheiden. Es gibt Frettchen, die bisher noch nicht gelernt haben, dass die menschliche Hand nicht ganz so robust ist wie ihre eigene Haut. Dass man beim Spielen etwas fester gezwackt wird, kann also immer mal wieder vorkommen.

Es gibt mehrere Gründe, warum man von seinem Frettchen gebissen wird. Gerade in der Anfangsphase kann es häufiger vorkommen, dass man gebissen wird. Dies hat meistens den Hintergrund, dass das Tier früher schlecht behandelt wurde oder sich noch nicht an einen gewöhnt hat. Seine Angst bringt es dann mit Beißen zum Ausdruck. Aber auch bei Schmerzen ist Beißen für die Tiere eine Möglichkeit, sich dem Menschen mitzuteilen. Zudem kommt es häufig vor, dass Frettchen einen während der Pubertät – also im Alter von 5 bis 9 Monaten – beißen. Wie pubertierende Jugendliche wollen sie dann ihre Grenzen austesten, was sich nicht nur durch Beißen, sondern auch dadurch bemerkbar macht, dass sie schon mal vergessen, wofür das Katzenklo eigentlich gedacht ist.

Wenn sich das Frettchen in der Hand verbissen hat und von dieser nicht mehr ablässt, gilt in jedem Fall, Ruhe zu bewahren. Zieht man die Hand weg, kann es durchaus passieren, dass das Frettchen nachbeißt und seine Zähne dabei noch tiefer in die Haut gräbt. Besser ist, beruhigend auf das Tier einzureden und dabei mit seiner freien Hand vorsichtig den Kiefer des Frettchens aufzuhebeln. Hysterie und Schreien helfen einem in solchen Momenten dahingegen gar nicht weiter. Außerdem sollte man davon absehen, sein Tier nach einem solchen Erlebnis durch Schlagen oder Treten zu maßregeln. Dennoch sollte man seinem kleinen Liebling zeigen, dass er etwas falsch gemacht hat, indem man ihn in die Trageschlaffe nimmt und ein ganz klein wenig schüttelt. Dabei sollte ein konsequentes „Nein“, „Aua“ oder „Aus“ ausgesprochen werden. Danach wird das Frettchen wieder weggesetzt und für eine Zeit lang ignoriert. So lernt das Frettchen mit der Zeit, dass es mit seinem Verhalten das genaue Gegenteil von dem erreicht, was es ursprünglich wollte. Ein Beißen ist nämlich nur in den seltensten Fällen Ausdruck von Aggressivität, oft wollen die Tiere nur Aufmerksamkeit und dass man sich mit ihnen beschäftigt. Ganz wichtig ist, beim Schimpfen immer den gleichen Ausdruck zu verwenden, ansonsten verwirrt man das Frettchen zu sehr.

Wie bekommt man Frettchen handzahm?

Dass ein Frettchen handzahm ist, hat gleich mehrere Vorteile. Vor allem die Tatsache, dass man es so besser untersuchen und vom Tierarzt untersuchen lassen kann, sollte einen dazu veranlassen, diesem Thema genügend Aufmerksamkeit zu widmen. Wenn man das Frettchen hochnimmt, sollte man dabei beruhigend auf es einreden und es bereits nach kurzer Zeit wieder absetzen. Dabei, Frettchen handzahm zu bekommen, kann Multipaste helfen. Diese schmiert man sich auf die Handinnenseite und lässt sie vom Frettchen abschlecken. Am Anfang sollten auch Leckerchen immer aus der Hand gefüttert werden, damit das kleine Nagetier lernt, dass die Hand ihm nichts Böses will.

Falsch wäre es, Handschuhe anzuziehen – selbst bei bissigen Frettchen. Die Tiere wissen nicht, dass sich unter dem Handschuh eine menschliche Hand verbirgt. Demnach können sie sich auch nicht an diese gewöhnen.

Ob Frettchen tatsächlich handzahm werden, hängt zum Großteil davon ab, ob sie sich in ihrem Zuhause wohlfühlen. Außerdem sollte man so viel Zeit wie möglich mit seinen neuen Mitbewohnern verbringen. Das steigert die Wahrscheinlichkeit, dass sie anhänglich und zahm werden. Denn Frettchen sind zwar Raubtiere, weil sie aber domestiziert wurden, gewöhnen sie sich relativ schnell an Menschen. Vor allem dann, wenn sie sich ausgetobt haben, kommen sie gerne zu der Hand, die sie füttert, und fordern ihre Streicheleinheiten ein.

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