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Krankheiten: Das ist zu tun, wenn ein Degu krank ist

Früher galten Degus als wenig anfällige Tiere. Das hat sich im Laufe der letzten Jahre aber geändert. Vor allem eine schlechte oder ungünstige Auswahl bei der Zucht ist dafür verantwortlich, dass manche Krankheiten bei diesen kleinen Nagern gehäuft auftreten. Natürlich kann man einiges tun, damit Degus nicht krank werden. Dazu gehört in etwa der regelmäßig durchzuführende Gesundheitscheck. Worauf es bei diesem ankommt, was typische Krankheitssymptome beim Degu sind und welche Behandlungsmöglichkeiten es für einzelne Krankheiten gibt, darüber informiert dieser Ratgeber. Darüber hinaus zeigen wir auch, wie man Degus päppeln und ihnen Medikamente verabreichen kann.

Der regelmäßige Gesundheitscheck

Wer möchte, dass es seinem Degu gut geht, der sollte an den regelmäßigen Gesundheitscheck denken. Dazu gehört weitaus mehr als nur zu gucken, ob der Degu sein Essen frisst. Wichtig ist, seine Tiere regelmäßig genauer zu betrachten. So fallen einem Veränderungen, die auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen können, recht schnell auf. Und umso schneller kann man sich an einen Tierarzt wenden und diesem das kranke Tier vorstellen. Bei vielen Degu-Krankheiten stehen die Heilungschancen weitaus besser, wenn das Tier rechtzeitig behandelt wird.

Während des Gesundheitschecks sollte zunächst das allgemeine Verhalten des Degus genauer unter die Lupe genommen zu werden. Ebenso wie die anderen Degus seiner Gruppe, sollte er zum Fressen kommen, normal trinken, sich bewegen und den Kontakt zu seinen Artgenossen suchen. Dies sollte man täglich überprüfen. Etwa einmal die Woche muss zusätzlich auf körperliche Veränderungen, wie Wunden und Verdickungen, geachtet werden.

Allgemeine Krankheitssymptome

Man muss kein Tierarzt sein, um erkennen zu können, dass es seinem kleinen Liebling nicht gut geht. Zum einen entwickelt man mit der Zeit ein Gespür dafür, wann es seinen Degus gut geht. Auf der anderen Seite gibt es auch Symptome, die auf Krankheiten hindeuten können und genauer untersucht werden sollten.

Zu den allgemeinen Krankheitssymptomen, deren Ursache weiter abgeklärt werden sollte, gehören folgende:

  • Apathie: auffallend ruhiges Verhalten, andere Reaktionen als üblich
  • Atmung: schweres Atmen, eventuell von Atemgeräuschen begleitet
  • Speichelfluß: kann auf Probleme mit den Zähnen hindeuten
  • getrübte Augen: können ein Zeichen für Diabetes und grauer Star sein
  • Augen sind entzündet, verklebt oder tränen
  • verkrustete Ohren, aus der Nase fließendes Sekret
  • Fell: Fell fällt aus, gerötete oder schuppige Stellen auf der Haut, häufiges Kratzen
  • Gewicht: ungewöhnliche Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme
  • Verdauung: weicher Kot oder Verstopfung
  • Lähmungserscheinungen, Humpeln und Ähnliches
  • sichtbare Schmerzen

Was ist im Krankheitsfall zu tun?

Oben genannte Symptome müssen nicht immer auf eine Krankheit hindeuten. Da Degus jedoch nicht viele Kraftreserven haben, gilt das Motto: Lieber einmal zu viel als zu wenig zum Tierarzt! Zudem gibt es viel, was man selbst tun kann, wenn man bei seinem Degu Auffälligkeiten entdeckt. Ganz wichtig ist, Stress in jeglicher Form zu vermeiden. Oftmals tut den Tieren auch eine Rotlichtlampe gut. Denn bei einer Erkrankung fehlt Degus oftmals die Kraft, sich selbst zu wärmen. Außerdem ist darauf zu achten, dass sich kranke Tiere von der Gruppe zurückziehen und Ruhe suchen können.

Typische Krankheiten beim Degu

Nachfolgend stellen wir die häufigsten und bekanntesten Krankheiten beim Degu vor. Allerdings sollte man niemals eine Diagnose in Eigenregie stellen, sondern das betroffene Tier immer zuerst einem auf Kleintiere spezialisierten Tierarzt vorstellen.

Linsentrübung / Diabetes

Eine Linsentrübung geht bei Degus oft mit Diabetes einher. Leider ist Diabetes eine der häufigsten Krankheiten bei Degus. Ganz wichtig ist, mit Tieren, die Diabetes haben,. nicht zu züchten, denn diese Krankheit ist vererbbar.

Die Diagnose ist nicht einfach zu stellen. Meistens wird Diabetes erst diagnostiziert wenn die Degus unter den Folgen dieser Krankheit leiden. Das sind ein erhöhter Flüssigkeitsbedarf, milchige Augen und eine Linsentrübung. Der Tierarzt kann Diabetes diagnostizieren, indem er Blut entnimmt und dieses untersuchen lässt. Urinstreifen sind zwar für Tierhalter günstig zu bekommen und recht einfach zu handhaben, dafür aber kaum aussagekräftig.

Die Zuckerkrankheit kann nicht geheilt werden – mit einer Ernährungsumstellung kann der Blutzuckerspiegel beim Degu jedoch gesenkt werden, so dass die Tiere ein halbwegs normales Leben führen können. Wichtig ist, kein zuckerhaltiges Futter, wie Obst zu füttern. Weitere Tipps kann man sich vom behandelnden Tierarzt geben lassen.

allgemeine Verletzungen

Verletzungen sind bei Degus keine Seltenheit. Sehr häufig treten Bissverletzungen nach Kämpfen auf. Fleischwunden entstehen dahingegen erst durch Verletzungen mit Käfiggegenständen oder während des Auslaufs. Bei kleineren Wunden muss man sich keine Sorgen machen – diese heilen meistens wieder von selbst. Dennoch sollten auch kleinste Verletzungen immer gut beobachtet werden. Sofern der Verdacht auf eine Entzündung besteht oder der Degu größere Wunden hat, sollte dies unbedingt von einem Tierarzt abgeklärt werden.

Empfehlenswert bei schlecht heilenden Wunden ist das Mittel Kamillosan. Besser ist jedoch, eine solche Behandlung mit dem Tierarzt zu besprechen. Viele Degus knabbern durch dieses Mittel erst recht an ihren Wunden herum, da Kamillosan ein Brennen auf der Haut verursacht.

Verletzungen am Schwanz

Der Deguschwanz gilt als sehr empfindlich. Deswegen sollte man seine Tiere niemals am Schwanz festhalten oder hochheben. Abreißen kann die Schwanzhaut des Degus sowohl durch eine falsche Behandlung als auch durch Unfälle im Käfig. Während die Schwanzhaut abreißt, trocknet der Rest meistens ein; die Tiere knabbern den Rest häufig ab oder er fällt von selbst ab. Weil der Schwanz nicht wie bei Eidechsen nachwachsen kann, ist es wichtig, Verletzungen am Schwanz zu vermeiden.

Häufig ist zu beobachten, dass eine Verletzung des Schwanzes ohne Probleme heilt. Bei Entzündungen und stark blutenden Wunden sollte einen der Gang jedoch zum Tierarzt führen. Dieser kann nach einer Untersuchung entscheiden, ob ein desinfizierendes Spray reicht oder eine anderweitige Behandlung stattfinden sollte.

Augenkrankheiten

Es gibt verschiedene Augenerkrankungen beim Degu. Zum Beispiel können die Tiere verklebte Lider haben. Auf keinen Fall dürfen diese mit Kamille behandelt werden. Auch wenn man es nur gut meint: Kamille trocknet die Schleimhäute aus und reizt das Auge noch zusätzlich. Ist Staub die Ursache für die Augenentzündung, verschwindet diese normalerweise relativ schnell wieder. Sind Bindehautenzündungen oder Erkältungen als Ursache ausfindig zu machen, muss eine Behandlung durch den Tierarzt erfolgen. Dieser verordnet eine antibiotische Augensalbe oder Augentropfen.

Auch Augenverletzungen, wie etwa eine Hornhautverletzung, können bei Degus auftreten. Hier ist eine schnelle Vorstellung beim Tierarzt wichtig, denn manchmal befindet sich ein Fremdkörper im Auge. Behandelt wird eine solche Verletzung üblicherweise mit einer antibiotischen Salbe.
Bei einer reinen Linsentrübung, die eine Folge von Diabetes sein kann, jedoch auch als Mangelerscheinung oder im hohen Alter auftritt, muss eine Behandlung durch den Tierarzt erfolgen. Das gleiche gilt bei geplatzten Äderchen und beim Verdacht auf Grünen Star.

Atemwegserkrankungen (Bronchitis, Lungenentzündung)

Atemwegserkrankungen beim Degu müssen immer ernst genommen werden. Wird eine solche Krankheit nicht behandelt, kann sie schlimmstenfalls zum Tod des Tieres führen. Deshalb muss beim Verdacht auf eine Atemwegsinfektion sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. Erkennen kann man eine Atemwegserkrankung daran, dass das Tier häufig niest und man Nasenausfluss feststellt. Wenn auch die Lunge betroffen ist, merkt man dies an knackenden oder pfeifenden Atemgeräuschen. Außerdem bekommt der Degu nur sehr schwer Luft und atmet durch den Mund.

Hervorgerufen werden kann eine Lungenentzündung durch bakterielle und virale Erreger. Auch andere Erkrankungen, Stress und schlechte Haltungsbedingungen können das Auftreten einer Lungenentzündung begünstigen. Der Tierarzt wird normalerweise zunächst versuchen, herauszufinden, welche Primärerkrankung vorliegt bzw. was die Ursache der Krankheit ist.
Neben dem Verabreichen von Antibiotika muss der Degu oftmals auch gepäppelt bzw. zwangsernährt werden.

Probleme mit dem Fell

Fellprobleme beim Degu können die unterschiedlichsten Ursachen haben. Nur ein erfahrener Tierarzt kann die Ursache ausfindig machen und eine entsprechende Behandlung einleiten. Als sehr soziale Tiere verbringen Degos einen Großteil der Zeit damit, sich gegenseitig zu kraulen und zu beknabbern. Wird dieses Verhalten übertrieben – zum Beispiel durch Stress, während oder nach einer Vergesellschaftung – kann es zu Fellproblemen kommen.

Kahle Pfoten sind ebenfalls etwas, das unter Degus nicht unbekannt ist. Manche Tierärzte behandeln Degus mit Verdacht auf einen Pilz oder Ernährungsprobleme. Allerdings kann es ebenso sein, dass die Tiere sich das Fell um die Pfoten herum selbst abkauen. Sofern krankhafte Ursachen ausgeschlossen werden können, sind kahle Pfoten etwas vollkommen Unbedenkliches.

Parasitenbefall

Bei Wildfängen aus Südamerika ist ein Parasitenbefall leider zu etwas Alltäglichem geworden. Gegen einen Wurmbefall gibt es beim Tierarzt spezielle Präparate. Liegt ein Befall mit Hautparasiten vor, wird eine subkutane Behandlung mit Avermectinen eingeleitet. Eine gründliche Reinigung des Käfigs ist in jedem Fall empfehlenswert.

Durchfall

Durch eine abrupte Futterumstellung, eine falsche Fütterung, aber auch durch Stress und einen Parasitenbefall können Degus Durchfall bekommen. Wenn man dies bemerkt, sollte man unverzüglich einen Tierarzt aufsuchen, ansonsten kann der Körper des kleinen Nagers austrocknen. Auf Grünfutter sollte nun gänzlich verzichtet werden.

Penisvorfall

Ein Penisvorfall liegt vor, wenn sich der Penis nicht mehr einzieht und rot ist. Als Ursache kommen Haare oder Dreck unter der Vorhaut infrage. Ebenso gut können zu lange Backenzähne für den Penisvorfall verantwortlich sein. Ein guter Tierarzt kontrolliert diese deswegen gleich mit. Sofortiges Handeln ist jetzt wichtig. Der Penis des Degu darf nicht austrocknen – dies könnte schlimme Folgen haben. Behandelt wird diese Krankheit durch eine Rückverlagerung und eine Salbe.

Vergiftungen

Zwar kommen Vergiftungen bei Degus nicht so häufig vor, doch man sollte sie keinesfalls unterschätzen. Insbesondere beim Auslauf locken viele Gefahren in Form von Zimmerpflanzen. Bei Vergiftungsanfällen muss unverzüglich ein Tierarzt aufgesucht werden. Mit diesem werden die Behandlungsmöglichkeiten besprochen.

Zahnprobleme

Bei Degus machen die Backenzähne weitaus häufiger Probleme als die Vorderzähne, weil sie immer wieder nachwachsen. Ein Grund für Zahnprobleme kann eine falsche Ernährung sein. Ein zellulosehaltiges Futter, wie in etwa Heu, Stroh, Kräuter und Gemüse, kann helfen. So werden die Backenzähne viel besser abgenutzt als durch Pellets und Körnerfutter. Dass ein Degu Zahnprobleme hat, kann man daran erkennen, dass er krank aussieht, abmagert, langsam frisst, nicht gerne beißt und beim Fressen stark bröselt. Beim Tierarzt werden die Zähne bei derartigen Problemen unter Betäubung gekürzt.

Pilzerkrankungen

Hautpilze können sich bei Degus als winzige Organismen in der Haut und im Fell ansiedeln. Über Pilzsporen, die durch direkten Kontakt aber auch durch Gegenstände verbreitet werden, vermehren sie sich. Am Anfang sind recht typische Hautveränderungen zu beobachten. Kreisrunde und haarlose Stellen findet man überwiegend am Kopf, am Hals, rund um die Augen und in Nähe der Ohren. Im Krankheitsverlauf kann sich der Pilz sehr stark ausbreiten. Bemerkbar macht sich diese Erkrankung durch Juckreiz und an den betroffenen Stellen sind Schuppen und meistens ein roter Rand erkennbar. Die eindeutige Diagnose kann nur der Tierarzt stellen. Zur Behandlung kommen Salben, Sprühlösungen und Ähnliches infrage.

Wie kann ich ein Degu päppeln?

Damit ihre Verdauung richtig funktioniert, müssen Degus die ganze Zeit über fressen. Ansonsten beginnt die halb verdaute Nahrung im Darm zu gären. Weil ihre Darmmuskeln zu schwach sind, um die Nahrung selbst auszuscheiden, wären die Folgen für Degus fatal. Wenn Degus nicht mehr von selbst fressen, müssen sie also zwangsernährt beziehungsweise gepäppelt werden. Eine gute Hilfe kann Critical Care sein. Aber auch Karottenbrei verfehlt seine Wirkung nicht.

Sobald der Degu nicht mehr selbst dazu in der Lage ist, zu fressen, sollte mit dem Päppeln begonnen werden. Wichtig ist, sich dafür Zeit zu nehmen und immer nahrhaftes Futter anzubieten.

Wie kann ich Degus Medikamente verabreichen?

Degus Medikamente zu verabreichen ist alles andere als einfach. Denn kein Tier nimmt gerne bitter schmeckende Medikamente ein. Zu einfach sollte man es sich als Halter aber nicht machen. Medikamente gehören nicht in das Trinkwasser, denn so kann die Medikamentenaufnahme nicht richtig dosiert werden. In jedem Fall muss das Medikament mit einer Pipette zugeführt werden. Nur so ist eine genaue Dosierung möglich.

Krankheiten: Das ist zu tun, wenn ein Degu krank ist
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