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Tipps zum Kauf von Degus

Die in Nord- und Mittelchile lebenden Degus, die zu den Nagetieren zählen, sind nicht ohne Grund die beliebtesten Tiere in der Heimtierhaltung. Diese kleinen Kerlchen wollen natürlich bei jemandem leben, der genau weiß, was sie brauchen und dem es ein Anliegen ist, dass es ihnen gut geht. Um dieser Halter werden zu können, gibt es einige Dinge, die man vor dem Kauf, beim und nach dem Kauf wissen sollte.

Vor dem Kauf

Degus zu halten, bringt einiges mit sich. Damit man nicht nach wenigen Wochen feststellt, dass man sich für die falschen Tiere entschieden hat, sollte man etwas Zeit investieren, um sich näher damit zu beschäftigen, welche Ansprüche Degus haben. Wie zeigen nicht nur Wissenswertes über Degus, sondern auch, für wen diese Tiere geeignet sind und was man vor dem Kauf vorbereiten sollte.

Das sollte man über Degus wissen

Es gibt einiges über Degus zu wissen, das die eigene Kaufentscheidung maßgeblich beeinflussen kann. Wir zeigen, was man über Degus wissen sollte, bevor man diesen niedlichen Nagern bei sich ein Zuhause gibt.

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung von Degus liegt im Schnitt bei 9 Jahren. Man sollte sich also darüber im Klaren sein, die Verantwortung für die niedlichen Tiere im Idealfall über diesen Zeitraum übernehmen zu müssen.

Sozialgefüge

Degus sind Gruppentiere, weshalb sie mindestens zu zweit gehalten werden sollten. Wenn ein Partner stirbt, muss man dazu gewillt sein, das verbliebene Tier neu zu vergesellschaften.

Platzbedarf

Degus brauchen ein großes Gehege. Das macht nicht nur viel Platz in der Wohnung erforderlich – die Anschaffung solcher Gehege ist nicht gerade günstig.

Zeit

Wenn man sich Degus holt, sollte man sich darüber bewusst sein, dass diese Zeit beanspruchen. Zum Beispiel dann, wenn das Gehege regelmäßig gründlich gereinigt werden muss. Und natürlich muss man auch Zeit haben, die man darin investiert, sich mit den Nagern zu beschäftigen.

Kosten

Nicht nur für die Anschaffung fallen Kosten an. Gerade im Winter muss man trotz der hohen Gemüsepreise dazu bereit sein, seine Degus mit gesundem Futter zu versorgen. Für den Fall, dass man einen Tierarzt aufsuchen muss, sollte es immer ein Geldpolster geben.

Lärm

Degus zählen nicht gerade zu den leisen Tieren. Sie kommunizieren über Lautsprache. Dementsprechend oft sind sie zu hören – egal ob sie miteinander streiten oder reden. Und auch die Geräusche, die sie mit ihrem Laufrad oder dem Nagen von Futter machen, sollten nicht unterschätzt werden. Deswegen wäre es gut, wenn sie ein eigenes Zimmer bekommen würden.

Für wen sind Degus geeignet?

Degus sind Tiere, an denen man viel Freude haben kann – vorausgesetzt, diese Tiere sind wirklich für einen geeignet. Zwar können sich auch Berufstätige für Degus entscheiden, dennoch muss immer sichergestellt werden, dass sich jemand um sie kümmert – zum Beispiel bei Krankheit oder wenn man in Urlaub fahren möchte. Andernfalls muss man die Tiere in eine professionelle Pension für Kleintiere abgeben und dafür pro Tag zwischen 2-5 Euro je Tier bezahlen.

Weil sie sich eher zum Beobachten als denn zum Spielen eignen, ist davon abzuraten, Degus zu kaufen, wenn Kinder nach einem Schmusetier verlangen. Dann sind Hund und Katze mit Sicherheit die bessere Wahl. Dennoch sind Kinder und Degus kein Widerspruch in sich! Bei kleinen Kindern sollte die Verantwortung für die Tiere aber immer bei den Eltern liegen. Diese können gemeinsam mit ihren Kindern Pflege und Beschäftigung übernehmen. Größere Kinder können auch alleine die Verantwortung für Degus übernehmen – vorausgesetzt, sie sind sich darüber bewusst, was es heißt, die Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen. Nicht immer ist es leicht, die richtigen Entscheidungen für das Wohl der Tiere zu treffen. Erst ab dem etwa 12. Lebensjahr können Kinder die Versorgung der Tiere alleine in die Hand nehmen – wobei dies auch immer von der individuellen Entwicklung abhängig ist.

Was muss vorbereitet werden?

Es wäre schlecht, wenn man die Degus am gleichen Tag wie ihre Einrichtung kauft. Dies bedeutet für einen selbst als auch für die Tiere Stress pur. Idealerweise wartet das fertig eingerichtete Gehege bereits im neuen Zuhause auf die Degus. Zu den Vorbereitungen, die getroffen werden müssen, gehören folgende:

  • Kauf von Gehege und Einrichtung/eventueller Bau eines Geheges
  • Kauf von Futter, Streu, Sand
  • Gehege fertig einrichten
  • Transportbox kaufen und einrichten

Der Kauf

Auch der Kauf selbst sollte ein wenig Zeit in Anspruch nehmen, denn hier kann ebenso viel falsch wie richtig gemacht werden. Wichtig ist in etwa, zu wissen, bei welchem seriösen Anbieter man Degus kaufen kann, oder wie hoch die Anschaffungskosten für die Tiere überhaupt sind.

Anschaffungskosten für Degus

Nachfolgend geben wir eine Auflistung der Anschaffungskosten für vier Degus. Schließlich sind diese Kosten etwas, das sich nicht vermeiden lässt. Und an der falschen Stelle sollte auf keinen Fall gespart werden!

  • Degu-Ratgeber: 10-25 Euro
  • Gehege: Voliere (ab 200 Euro), Terrarium (ab 400 Euro), Eigenbau (ab 150 Euro)
  • große Badewanne: 10-12 Euro
  • Wohnlabyrinth und Etagen: 20-30 Euro
  • Futter- und Wassernäpfe: 8-10 Euro
  • Käfigeinrichtung und Spielzeug: ab 15 Euro
  • Transportbox: 20-40 Euro
  • Laufrad: 20-40 Euro
  • Degus: je Tier 10-30 Euro

Wo kann man Degus kaufen?

Wie bei jedem Tier, gibt es auch bei Degus unterschiedliche Bezugsquellen, aus denen man sorgfältig wählen sollte. Wer etwas Gutes tun möchte, den führt der erste Weg ins Tierheim oder eine Tierauffangstelle. Hier kann man ungewolltem Nachwuchs und ausgesetzten Tieren ein liebevolles Zuhause geben. Wird man hier nicht fündig, lohnt auch ein Blick in die Lokalzeitung und ins Internet. Dort sind private Anbieter als auch seriöse Züchter zu finden.

Ein guter Züchter zeichnet sich zum Beispiel dadurch aus, dass er einen gerne ausführlich berät und auch nur wenige Degu-Rassen züchtet. Die Degus fühlen sich hier sichtlich wohl, leben in einem großen Gehege, sind gut genährt und nach Geschlechtern getrennt. sinnvoll ist, immer nach einem Züchternachweis zu fragen. Ein seriöser Züchter zeigt einem diesen gerne und macht einem darüber hinaus das Angebot, auch nach dem Kauf bei Fragen und Problemen auf ihn zuzukommen.

Degus gibt es auch im Zoofachhandel. Allerdings sollte man hier keine Tiere kaufen. Wer sich ein wenig auskennt, merkt bereits auf den ersten Blick, dass die Tiere nur in den seltensten Fällen artgerecht untergebracht werden. Es fehlt an Sandbädern, Laufrädern und Versteckmöglichkeiten. Natürlich kann man Degus auch in einem Zoogeschäft kaufen. Das sollte man aber nicht etwa wegen der günstigen Preise, sondern nur dann tun, wenn man sich davon überzeugt hat, dass die Tiere hier gut untergebracht werden. Degus wegen schlechter Haltungsbedingungen aus Mitleid im Zooladen zu kaufen – damit ist niemandem geholfen!

Woran erkenne ich einen gesunden Degu?

Selbst dann, wenn man Degus bei einem seriösen Züchter kauft, sollte man sich vorher vergewissern, dass die Tiere gesund sind. Ein guter Züchter wird einen solchen Gesundheitscheck übrigens gemeinsam mit einem machen und auch von selbst ansprechen. Auf folgendes sollte dabei geachtet werden:

  • Augen und Nase sind nicht verklebt, frei von Ausfluss, die Augen sind klar
  • die Tiere bewegen sich normal, haben keine äußeren Verletzungen und hinken nicht
  • die Degus sind sauber und haben keine Kotverkrustungen am After
  • ihr Fell ist gleichmäßig dicht und glänzt
  • die Tiere zeigen Interesse an ihrer Umgebung und nehmen aktiv am Geschehen teil

Nach dem Kauf

Was kann man tun, um seinen neuen Mitbewohnern so wenig Stress wie möglich zu machen? Wir geben Tipps zum richtigen Transport und zeigen, worauf in der Eingewöhnungszeit geachtet werden sollte.

Wie sollte der Transport aussehen?

Kauft man Degus im Zoohandel, bekommt man diese üblicherweise in einer Pappschachtel. Da man die Tiere aber etwas weiter transportieren muss, ist dies keine artgerechte Unterbringung, denn diese Boxen sind in den meisten Fällen zu klein. Ganz zu schweigen davon, dass Degus Nagetiere sind und nicht lange brauchen, um sich zu befreien. Besser ist es, man kauft gleich eine Transportbox aus Kunststoff. Diese braucht man später sowieso, wenn der Käfig der Degus gereinigt werden soll oder ein Tierarztbesuch ansteht. Kaufen kann man Transportboxen in verschiedenen Größen und Ausführungen. Was die Größe anbelangt: Die Transportbox für 2 Degus sollte mindestens 20×25 cm groß sein.

Sehr gut ist es, wenn man sich etwas der alten Einstreu mitgeben lässt. So können die Degus ihnen vertraute Gerüche wahrnehmen und das Heimweh nach den alten Kameraden ist schnell vergessen. Dass der Transport in das neue Zuhause für die Degus so stressfrei wie möglich sein sollte, ist selbstverständlich. Im Winter muss darauf geachtet werden, dass die Tiere keiner übermäßigen Kälte ausgesetzt werden; im Sommer muss ein Hitzschlag vermieden werden.

Eingewöhnungszeit

Direkt nach der Ankunft sollten die Degus mit Transportbox in ihr neues Gehege gestellt werden. In den ersten Tagen brauchen sie Ruhe. Alles riecht fremd und die kleinen Nager müssen damit erstmal zurecht kommen. Deswegen sollte man am Anfang davon absehen, die Tiere anzufassen. Besser ist es, leise und viel mit ihnen zu reden. Wenn die Degus langsam damit beginnen, ihr Gehege zu erkunden, kann man versuchen, sie an der Hand schnuppern zu lassen und ihnen auf dieser Leckerlis anbieten. Die Sympathie der neuen Mitbewohner gewinnt man in etwa mit einem Sonnenblumenkern, einem Kürbiskern oder einer Erbsenflocke. Nach und nach werden die Degus die Scheu immer weiter verlieren, bis sie wie von selbst auf die Hand klettern. Wenn die Tiere ruhig auf der Hand sitzen bleiben, kann man diese hochnehmen, sollte aber daran denken, dass Degus flinke Gesellen sind, die schneller von der Hand springen können als man guckt.

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