Degus

Aussehen

Viele sind der Meinung, dass Degus vom Aussehen her Mäusen ähneln. Allerdings gibt es einige signifikante Unterschiede. Die besten Unterscheidungsmerkmale zwischen diesen beiden Tieren sind die Kopfform (bei Degus abgerundet), die Ohren (bei Degus sehr groß und oval) und der Schwanz (bei Degus stärker behaart, Schwanzspitze ist mit Fellbüschel bedeckt).

Auch wenn es mittlerweile verschiedene Farben bei Degus gibt, ist ihre Naturfarbe Braun. Ohne Schwanz beträgt die Körpergröße ca. 15 cm. Der Schwanz hat nochmal eine Länge von 15 cm. Degus wiegen durchschnittlich 200-300 g.

Verbreitungsgebiet

Wild lebende Degus findet man in Südamerika, hauptsächlich in den chilenischen Anden. Dort leben die Nagetiere in selbst angelegten unterirdischen Tunnelsystemen, die sich in der Nähe geschützter Sträucher befinden. Daher haben Degus auch den Namen “Strauchratten” erhalten.

Lebenserwartung

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Gefangenschaft beträgt bei diesen Nagern 4-6 Jahre.

Geschlecht

Für Anfänger ist es mitunter nicht ganz so leicht, das Geschlecht bei einem Degu zu bestimmen, was daran liegt, dass bei dem Männchen die Hoden innen liegen. Beide Geschlechter haben ein hautfarbenes Zäpfchen in der Genitalregion. Dieses ist beim männlichen Degu etwas größer. Die Scheide des Weibchens liegt quer zwischen dem After und der Harnröhre. Da sie mit einer Membran fest verschlossen ist, ist sie kaum zu erkennen. Die beste Möglichkeit, eine Geschlechtsbestimmung vorzunehmen, ist, dies anhand des Abstandes von After und Zäpfchen zu tun. Dieser ist bei dem Männchen etwas größer.

Haltung

Zur Unterbringung von Degus gibt es verschiedene Möglichkeiten, wobei sich die meisten für Aquarien und Terrarien entscheiden. Noch optimaler ist es, selbst ein Heim für den neuen Mitbewohner zu bauen. Dieses kann an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden.

Damit sich die kleinen Tiere in ihrem neuen Zuhause wohl fühlen, ist es wichtig, dass dieses artgerecht ausgestattet ist. Dazu gehören unbedingt Etagen, die fast ganz geschlossen sein sollten und versetzt angebracht werden. Ebenso unerlässlich ist ein Wasser- und Futternapf, der regelmäßig gereinigt werden muss. Für die Fellpflege sollte ein Sandbad mit Chinchilla-Sand vorhanden sein. Außerdem sollte der Käfig mit Wurzeln, Ästen, Tontöpfen, Tonröhren, größeren Steinen, Bambusrohren und Korkrinden abwechslungsreich gestaltet werden.

Wichtig ist auch, dass Degus täglich Auslauf bekommen. Zusätzlich sollte sich ein Laufrad im Gehege befinden.

Ernährung

Der wichtigste Bestandteil der Degu-Ernährung ist Heu, weshalb dieses immer im Käfig vorhanden sein sollte. Daneben spielt auch Trockenfutter eine Rolle. In diesem sollte kein getrocknetes Obst enthalten sein. Und auch sonstige Süßstoffe, wie in etwa Honig, sollte das Futter nicht enthalten. Außerdem muss darauf geachtet werden, dass fettige Bestandteile, wie Nüsse und viel Getreide, ebenfalls nicht enthalten sind. Am Anfang kann es deswegen ganz schön schwer sein, das richtige Futter im Handel zu finden.

Daneben ist es wichtig, Degus jeden Tag auch Kräuter, Blätter, Blüten und etwas getrocknetes Gemüse anzubieten. Infrage kommen hier Paprika, Tomaten, unspritzte Salate, Basilikum und Löwenzahn. Frische Äste, an denen sich noch Blätter befinden, sind ideal zum Nagen und Fressen. Anbieten kann man seinem Degu Äste von Obstbäumen, Birken und Haselnusssträuchern.

Täglich muss auch das Wasser der Nagetiere ausgetauscht werden.

Verhalten

Degus sind bekannt für ihr ausgeprägtes Sozialverhalten. Deshalb sollten sie niemals alleine gehalten werden. So hat auch der neue Besitzer mehr Spaß dabei, den possierlichen Tierchen zuzuschauen. Dabei kann man recht häufig ein Begrüßungsritual beobachten. Wenn sich zwei Degus begegnen, beschnuppern sie sich im Maulbereich und kraulen sich gegenseitig. Mitunter kommt es vor, dass sie dabei auch ein leises Trillern ausstoßen.

Ebenso typisch ist, dass sich ein Degu in den höheren Bereich des Käfigs begibt. Von dort aus sichert er das Gehege. Sobald er etwas Beunruhigendes außerhalb des Käfigs entdeckt, stößt er einen schrillen Pfiff aus und warnt damit die ganze Gruppe. Um den Sozialkontakt innerhalb der Gruppe zu festigen, ist auch das Aufreiten typisch für Degus. So wird die Rangordnung innerhalb der Gruppe festgelegt.

Besonders gerne nehmen Degus gemeinsam ein Sandbad. Und sie kuscheln unheimlich gerne miteinander. Wenn sie schlafen, tun sie dies meistens auch eng zusammengekuschelt.

Umgang

Es gibt Degus, die sich trotz intensiver Bemühungen einfach nicht zähmen lassen. Das kann daran liegen, dass sie in ihrem kurzen Leben bereits einschlägige Erfahrungen gemacht haben. Dann sollte man dies respektieren. Schließlich sind diese Nager sehr eigenwillig und können einen verschiedenen Charakter aufweisen.

Wie bereits erwähnt, sollten Degus niemals alleine gehalten werden. Am besten klappt es, wenn sie nach Geschlechtern getrennt aufwachsen. Ob man eine reine Weibchen- oder Männchengruppe halten möchte, ist eine Frage, die man persönlich beantworten muss.

Degus wollen beschäftigt werden. Dies klappt zum Beispiel dadurch, dass sie in Gruppen gehalten werden und einen Käfig haben, der ziemlich abwechslungsreich gestaltet ist. Trotzdem ersetzt dies nicht den Freilauf. Bei diesem muss aber einiges beachtet werden. So sollte es nicht nur angenehm warm, aber keinesfalls zu heiß sein. Wichtig ist auch, dass dort, wo der Auslauf stattfindet, kein Luftzug herrscht und dass die Tiere keine Fluchtmöglichkeit haben.

Degus
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