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Chinchilla-Arten und ihre Unterschiede

Chinchillas sind mittlerweile in der Heimtierhaltung sehr beliebte Nagetiere. Betrachtet man sich diese putzigen Gesellen mit ihren niedlichen Gesten und Eigenheiten, wundert man sich nicht, dass das Chinchilla immer mehr Menschen fasziniert. Aber Chinchilla ist nicht gleich Chinchilla. Es gibt verschiedene Chinchilla Arten, mit denen man sich zwangsläufig beschäftigen muss, wenn man beabsichtigt, einem dieser niedlichen Tiere bei sich ein neues Zuhause zu geben.

Wie viele Chinchilla Arten gibt es?

Ganz allgemein kann man Chinchillas zunächst in drei verschiedene Arten unterteilen. Chinchillas werden immer den Kurzschwanz- oder den Langschwanzarten zugeordnet. Jede dieser beiden Gruppen beherbergt diverse Unterarten. Allerdings gibt es längst nicht jede Chinchilla Art bei jedem Züchter. Manche Züchter haben sich zum Beispiel ausschließlich auf Kurzschwanz- oder nur auf Langschwanzchinchillas spezialisiert.

Die meisten Menschen entscheiden sich für ein Langschwanz-Chinchilla. Einer der wichtigsten Gründe hierfür ist, dass dieses Chinchilla meistens kleiner bleibt als das Kurzschwanz-Chinchilla und sich deswegen besser zur Heimzierhaltung eignet.

Langschwanzchinchilla (Chinchilla lanigera)

Das Chinchilla lanigera ist die bekannteste und beliebteste Chinchilla-Art. Wenn das Langschwanzchinchilla ausgewachsen ist, wiegt es in der freien Natur etwa 400 bis 600 g und erreicht eine Größe von 21 bis 26 cm – je nach Abstammung. Zuchttiere können aber auch ein Gewicht von 800 g und mehr erreichen.

Ebenso charakteristisch für das Chinchilla lanigera ist sein eichhörnchenartiger Schwanz, der eine Länge von 14 bis 18 cm hat. Erkennen kann man Langschwanzchinchillas auch an ihren großen Augen. Zudem haben sie rund 10 cm lange Schnurrhaare, die für ein gutes Orientierungsvermögen und eine gute Sicht sorgen. Das ist für Chinchillas sehr wichtig, zählen sie doch zu den nachtaktiven Tieren. Dank ihrer knapp 6 cm großen runden Ohren verfügt das Chinchilla lanigera auch über ein ausgezeichnetes Hörvermögen.

Welche Unterarten gibt es beim Langschwanzchinchilla?

Das Langschwanzchinchilla wird nochmals in drei weitere Unterarten gegliedert: La-Plata-Typ, Costina-Typ und Raton-Typ.

La-Plata-Typ

Das La Plata Chinchilla hat ein Körpergewicht von über 500 g und stammt aus den Hochplateaus der Anden. Charakteristisch für das La Plata Chinchilla ist sein stark ausgeprägter Knochen- und Muskelbau. Im Gegensatz zu anderen Chinchilla-Arten, wirkt der La-Plata-Typ rundlicher und bulliger.

Costina-Typ

Das Costina Chinchilla gehört ebenfalls zu den Langschwanzchinchillas und weist ein Körpergewicht von 350-400 g auf. Seine Heimat sind die Anden-Hochlandgebiete, die in Küstennähe liegen. Von anderen Chinchillaarten unterscheidet ihn seine schlanke und spitze Körperform. Zudem sind die Ohren beim Costina-Typ länger als beim La-Plata-Typ. Charakteristisch für das Costina Chinchilla ist überdies seine spitzer wirkende Kopf- und Nasenform.

Raton-Typ

Die dritte Unterart, die es bei den Langschwanzchinchillas gibt, ist der Raton-Typ. Mit einem Gewicht von nur 200 g ist das Raton Chinchilla die kleinste Chinchilla-Art. Sie stellt eine Mischung aus dem La-Plata- und dem Costina-Typ dar.

Kurzschwanzchinchilla (Chinchilla brevicaudata)

Das Kurzschwanzchinchilla ist der direkte Verwandte des Langschwanzchinchillas. Am häufigsten wird mit dieser Art die Bezeichnung Chinchilla brevicaudata in Verbindung gebracht. Kurzschwanzchinchillas erreichen eine Körperlänge von 32 cm und ein durchschnittliches Körpergewicht von 600 bis 800 g. Damit sind sie größer und länger als andere Chinchilla-Arten.

Im Gegensatz zum Langschwanzchinchilla besitzt das Chinchilla brevicaudata eine deutlich abgestumpftere Kopf- und Nasenform, außerdem sind die Ohren mit knapp 4 cm kleiner und sehen rundlicher aus. Mit etwa 13 cm sind die Schnurrhaare beim Kurzschwanzchinchilla länger als beim Langschwanzchinchilla. Ebenso kennzeichnend ist, dass das Fell mit einer Haarlänge von 2,5 bis 3 cm länger und struppiger ist.

Was das Fell anbelangt, so gibt es beim Chinchilla brevicaudata verschiedene Farbvarianten. Die Grundfärbung besteht aus einem lichtgrauen Fell mit dunkler Sprenkelung am Kopf, dem Bauch und dem Rücken sowie einer hellen gräulichen Färbung am Bauch. Einen großen Unterschied zu anderen Chinchilla-Arten gibt es übrigens auch, was die Tragezeit anbelangt. Diese liegt beim Kurzschwanzchinchilla bei 123, beim Langschwanzchinchilla bei nur 111 Tagen.

Welche Unterarten gibt es beim Kurzschwanzchinchilla?

Auch das Kurzschwanzchinchilla wird nochmals in verschiedene Arten untergliedert. Wir stellen die bekannten Unterarten von Kurzschwanzchinchillas vor.

Kleines Kurzschwanzchinchilla (Chinchilla boliviana oder Chinchilla chinchilla)

Das Chinchilla boliviana, auch als Chinchilla chinchilla oder kleines Kurzschwanzchinchilla bezeichnet, ist eine der Unterarten von Kurzschwanzchinchillas. Es lebt in den Anden Boliviens und West-Argentinien in Höhen von bis zu 4000 m.

Großes Kurzschwanzchinchilla (Chinchilla chinchilla chinchilla oder Königschinchilla)

Mit einer Körperlänge von 38-40 cm und einer Schwanzlänge von 7 cm gilt das Große Kurzschwanzchinchilla als die größte Chinchilla-Art. Weitere Bezeichnungen für dieses Chinchilla sind Chinchilla chinchilla chinchilla und Königschinchilla. Beheimatet ist das Königschinchilla in Höhen bis über 6000 m an der Westküstenseite der Anden Perus und Nordchiles. Weil es Legenden zufolge unter allen Chinchillas das schönste Fell hatte, war es bei Chinchillajägern sehr begehrt. In Zucht und Gefangenschaft konnte sich diese Chinchillaart deshalb nicht durchsetzen. Somit gilt das Chinchilla chinchilla chinchilla als ausgestorben.

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