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Chamäleons

Aussehen

Chamäleons gelten als echte Verwandlungskünstler innerhalb der Familie der Reptilien. Schließlich sind sie dazu im Stande, ihre Farbe ihrer Stimmung entsprechend anzupassen. Charakteristisch für Chamäleons sind auch ihr gedrungener Rumpf, ihr hoher Rücken sowie der kleine Kopf. Eine Besonderheit sind auch ihre unabhängig voneinander bewegbaren Augen sowie ihre Greifhände und die Zunge, welche sie zur Jagd einsetzen. Außerdem sind Chamäleons dazu im Stande, ihre Körperform zu variieren, indem sie sich entweder aufblähen oder die am Kopf befindlichen Lappen abspreizen.

Körperformen und Merkmale des Chamäleons sind stark von ihrer Art sowie vom Alter und vom Geschlecht abhängig. Üblicherweise beträgt die Kopf-Rumpflänge je nach Art 3-60 cm.

Verbreitungsgebiet

Chamäleons leben sowohl im südlichen Spanien als auch in Afrika, Arabien, Indien, Madagaskar und Sri Lanka. Dort halten sie sich in den meisten Fällen in Wäldern auf und leben als Einzelgänger.

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung der Verwandlungskünstler ist stark von ihrer Art abhängig. Sie können ein Alter von bis zu 5 Jahren erreichen.

Haltung

Da die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum gefährdet sind, fallen sie unter das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen, weshalb ihre Haltung meldepflichtig ist. Chamäleons sind üblicherweise Einzelgänger und sollten deshalb auch alleine in einem Terrarium gehalten werden.

Da die Handhabung von Chamäleons äußerst schwierig ist, da diese Tiere einige Besonderheiten haben, ist die Haltung Anfängern nicht zu empfehlen. Zum Beispiel lassen sich die Tiere nicht anmerken, wenn es ihnen nicht gut geht. Dies kann besonders fatal sein, wenn man keinerlei Erfahrungen mit der Haltung von Reptilien hat und nicht erkennt, wenn das Chamäleon krank ist. Eine Grundvoraussetzung für die Haltung von Chamäleons ist deshalb, diese täglich zu beobachten und ihre Lebensbedingungen zu kontrollieren. Dabei müssen die Haltungsbedingungen den artspezifischen Erfordernissen angepasst werden. Dies trifft insbesondere im Hinblick auf die jahreszeitlichen Klima- und Umgebungsbedingungen zu.

In Bezug auf die Terrariengröße sollte auf die Mindestmaße von 100 × 60 × 100 cm (L x B x H) geachtet werden. Außerdem sollten im Terrarium ausreichend Klettermöglichkeiten vorhanden sein. Hierfür kommen verzweigte Äste, Wurzeln und Lianen infrage. Ebenso viel Aufmerksamkeit muss der Beleuchtung gewidmet werden. Mit einem HQI-Strahler, der für die Helligkeit zuständig ist, sowie einem UV-Flächenstrahler, der für das notwendige UV-Licht sorgt, kann man nichts falsch machen. Bei Bedarf sollten auch diverse Wärmerspots als lokale Sonnenplätze aufgestellt werden.

Das Terrarium muss in der Chamäleon Haltung in regelmäßigen Abständen mit Wasser besprüht werden. Denn die Tiere decken ihren Wasserbedarf hauptsächlich durch das Auflecken an Grünpflanzen. Daneben ist es auch möglich, Chamäleons durch eine Pipette mit Wasser zu versorgen. In jedem Fall sollte das Wasser lauwarm sein.

Ernährung

Chamäleons sind sehr sensible Tiere, die bei der Ernährung Wert auf Abwechslung legen. Außerdem sollten die Nahrungsmittel möglichst unbelastet sein. Wer mit einer Pinzette füttert, kann genau kontrollieren, was vom Chamäleon gefressen wird und was nicht. So können Vorlieben und Abneigungen herausgefunden werden. Schließlich ist jedes Tier unterschiedlich.

Chamäleons sind keine reinen Pflanzenfresser. Zur Bedeckung ihres Bedarfs sollte auf ein Menü von lebenden Insekten zurückgegriffen werden. Auch Futtertiere, die selbst gezüchtet werden können, sind für die Ernährung ideal. Besonders gerne angenommen werden Heuschrecken, Mehlwürmer, Schaben, Ofenfischchen, Goldfliegen sowie Larven. Angereichert werden kann die Chamäleon Ernährung mit Schnecken, Grashüpfern, Raupen, Blattläusen und Wespen.

Ideal ist, wenn dem Chamäleon möglichst viele kleine lebende Insekten gereicht werden. Küken und Ähnliches, wie es zur Fütterung meistens empfohlen wird, sind für die Tiere zu proteinreich und ungesund. Damit Chamäleons ihren Vitaminbedarf decken können, können Insekten mit vitamin- und calciumreichem Gemüse und Obst verfüttert werden.

Neben dem Futter ist es wichtig, Chamäleons rund um die Uhr Sprühwasser oder eine Tropftränke zum Trinken zur Verfügung zu stellen.

Verhalten

Es gibt verschiedene Verhaltensweisen, die typisch für Chamäleons sind. Wir möchten euch hier einige vorstellen.

Ruckartige Bewegungen: Chamäleons bewegen sich ruckartig vorwärts. Dabei kann es passieren, dass dies aussieht wie ein Blatt im Wind.

Totstellen: Wenn Gefahren lauern, stellt sich das Chamäleon tot, indem es seine so genannte Schreckstarre einnimmt. Die Tiere bewegen sich erst dann wieder, wenn sie sich sicher fühlen.

Zungerausstrecken: Was in unseren Kreisen als unhöflich gilt, ist eine typische Verhaltensweise von Chamäleons. Um Insekten zu fangen, strecken sie gerne mal ihre Zunge heraus. Sobald sie lebendes Futter anvisiert haben, lassen sie ihre klebrige Zunge wie ein Gummiband herausschnellen. Das Insekt bleibt an der Zunge kleben und wird wie an einer Angelschnur zum Mund des Chamäleons geführt.

Augenbewegung: Chamäleons sind dazu im Stande, ihre Augen unabhängig voneinander zu bewegen. Dies ermöglicht es ihnen, Feinde früh zu erkennen sowie besser nach Beute Ausschau zu halten.

Farbwechsel: Chamäleons können ihre Farben wechseln. Dies tun sie allerdings nicht, um sich ihrer Umgebung anzupassen, wie oftmals angenommen wird. Vielmehr ist die Farbe komplett von ihrer Stimmung abhängig. Wenn sie wütend sind, färben sie sich recht häufig schwarz. Tiere, die nur blass leuchten, sind krank.

Umgang

Chamäleons sind keinesfalls in die Kategorie Kuscheltiere einzuordnen, können aber sehr schöne Tiere zur Beobachtung sein. Mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen können die kleinen Reptilien sogar handzahm werden.

Wenn sie jemanden nicht mögen, zeigen sie dies, indem sie sich zur Seite drehen, aufblähen und unter Umständen fauchen. Was die Handhabung mit den Tieren anbelangt, so sollte man sich diesen niemals von oben nähern, da das Chamäleon sonst denkt, dass es sich um einen Beutegreifer handelt. Nach Möglichkeit sollte man sich dem Körper des Tieres von unten nähern und dieses langsam auf die eigene Hand klettern lassen.

Chamäleons
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